Wir trauern um Grundpfeiler der Musik und Jugendförderung

Über zwei Jahre ist es nun her, dass wir als Musikverein unseren letzten Auftritt im Rahmen eines Ständerle zum Geburtstag vor der Zwangspause aufgrund Corona hatten – am 02.02.2020 zum 70. Geburtstag unseres langjährigen Musikanten Gerhard Schmid, der von uns „Gerd“ genannt wird. Zu diesem Zeitpunkt haben wir weder etwas von der Pandemie geahnt, noch war abzusehen, was diese für die Welt und für uns als Verein bedeuten wird. Inzwischen normalisiert sich der Alltag und das Vereinsleben – doch wir haben einen unwiederbringlichen Verlust erlitten.

Gerd erkrankte vor einigen Jahren an Krebs und kündigte an, dass 2020 sein letztes Musikantenjahr im aktiven Verein sein werde. Dieses sollte musikalisch mit unserem Jahreskonzert im November 2020 enden, auch kameradschaftlich freuten wir uns auf ein gemeinsames Fest. Dazu hatten wir auch allen Grund: wie oft wird schon einem Musikanten die Ehre zuteil, für 60 Jahre aktives Musizieren geehrt zu werden?

Von 60 Jahren aktiven Musizierens hat Gerd 42 Jahre im Musikverein Rast verbracht, nachdem er aus Altheim bei Frickingen zu uns kam. Trompete zu spielen reichte nicht lange, vielmehr setzte er seine restliche Energie in sämtliche Posten, die man in einem Musikverein nur innehaben kann: Er wurde 1985 zu unserem Dirigenten und hat uns als Verein während dieser 12 Jahre auf ein Konzertniveau gehoben, wovon wir heute noch zehren können und zu seiner Zeit in der Region hervorgehoben hat Er hat sich allerdings nur nicht als reine musikalische Leitung verstanden, sondern investierte seine Zeit vollumfänglich in das, was er anfasste. Die Konzertvorbereitung sah bei Gerd so aus, dass er das Programm aussuchte und die Musikstücke für die Musikanten zusammenstellte – teilweise Stimmen selbst schrieb, da die Sätze nicht „fertig zum Kopieren“ waren. Auch übernahm er ganz selbstverständlich die Verfassung der Ansagen und Einleitung der Stücke. 

Als musikalische Leitung lag ihm auch der Nachwuchs sehr am Herzen. So schien es für ihn selbstverständlich, sich als Ausbilder zu engagieren. Er bildete über ein Jahrzehnt Raster Musikanten an allen Instrumenten gleichzeitig aus. Dass er selbst dabei nicht alle Instrumente spielte, störte nur unwesentlich.  Heute unvorstellbar, dass ein Musikant, der selbst kein Holzinstrument spielt, daran ausbildet – oder als Trompeter die Posaune zu spielen lehrt. Die Qualität litt darunter keineswegs, denn noch heute sitzen seine Sprösslinge in unseren Reihen.

Die Ausbildertätigkeit rundete er mit der Funktion des Jugendleiters ab, wo der Verein noch gar keinen offiziellen Jugendleiter hatte: Gerd hat 1989 die Jugendkapelle Rast gegründet und die Jugendarbeit mit Fleiß und Spaß vorangetrieben und gestaltet. Dazu zählten unter anderem Wertungsspiele mit guten Ergebnissen, die mit zahlreichen Ausflügen von ihm belohnt wurden. Diese hat er sogar teilweise aus der eigenen Tasche finanziert. Auch nachdem die Jugendkapelle Rast ab 1996 mit der Jugend der Ortsteile Sauldorf, Wasser und Krumbach zur Jugendkapelle Sauldorf zusammengelegt wurde, hat er die Jugendarbeit in Rast weiter gepflegt.

Der Musikverein Rast hatte von 1989 bis 1996 die sogenannte Happy Big Band (HBB), die größtenteils aus Mitgliedern aus den eigenen Reihen bestand. Hiervon war Gerd selbstredend Mitbegründer, Dirigent und Leitung. Doch damit wird nicht mal im Ansatz beschrieben, wer Gerd war.

Diese Ausführungen geben einen Einblick, was Gerd durch seine offiziellen Funktionen für unseren Verein bedeutet. Sobald es etwas zu tun gab, konnte man ohne großes Federlesen auf ihn zählen. Dabei war es für ihn selbstverständlich, zeitweise auch Schriftführung und Kassenleitung zu übernehmen. Wenn Noten fehlten oder in der falschen Tonlage geschrieben waren hat Gerd die Noten transponiert und damit fast immer seine Registerkollegen an der Tuba gerettet. Kein Wunder, dass man ihn in seiner Freizeit oft in den Räumlichkeiten des Musikvereins angetroffen hat. Und dabei war sein Beruf als Lehrer und Rektor der Grund- und Hauptschule in Rast ebenfalls zeit- und arbeitsintensiv. Nichts desto trotz hat er das Frühlingsfest mit vorangetrieben und war zu sämtlichen Arbeitseinsätzen vorne mit dabei. Man kann ihn als absoluten Vereinsmenschen beschreiben, der das Vereinsleben auch auf kameradschaftlicher Basis mitgestaltet hat. Kaum ein Ausflug fand ohne Gerd und seine Familie statt. Sein eigenes musikalisches Wirken kam dabei keineswegs zu kurz. Nach der Trompete unterstützte er uns am Flügelhorn bevor er sich seinen instrumentalen Lebenstraum mit der Tuba in B erfüllt hat. An unserem letzten Konzert im Jahr 2019 hat er damit noch ein Tuba-Solo vom Feinsten dargeboten.

Seinem Engagement entsprechend wurden ihm sämtliche Ehrungen zuteil. Auf musikalischer Ebene für aktive Tätigkeit (10, 20, 30, 40 und 50 Jahre), Förderermedaillen (15- und 20-jährige Tätigkeit) sowie die Dirigentennadel für 10-jähre Tätigkeit. Beim letzten Konzert 2020 sollte ihm die Ehrung für 60-jähriges aktives Musizieren überreicht werden, sowie die Erich-Ganzenmüller-Medaille für besondere Verdienste um die Förderung der Blas- und Spielleutemusik oder für vorbildliche Tätigkeit um die Belange der Blas- und Spielleutemusik an Mitgliedern, Persönlichkeiten, Vereinen und Verbänden sowie Institutionen. Anfang dieses Jahres konnten wir ihn noch zu unserem Ehrenmitglied ernenn, doch leider nur in kleinem Rahmen.

Gerd ist ein großes Vorbild für die Musik, für das Vereinsleben und auch als Person. Dafür war er nicht nur in unserem Verein, sondern in der ganzen Region bekannt. Denn mit seiner fairen Art und dem niveauvollen Humor hat er es geschafft, zwischen Jung und Alt Brücken zu bauen. Man könnte behaupten, die Förderung der Jugend und der Gemeinschaft war eines seiner Lebensaufgaben.

Zusammengefasst: Was hat Gerd eigentlich nicht gemacht? Wo es was zu tun gab, konnte man zu 100% auf ihn zählen. Er hat immer seine Hilfe eingebracht, ohne etwas dafür zu verlangen – auch sein Honorar für sein Engagement als musikalische Leitung hat er investiert um Ausflüge mit zu finanzieren.  In ihm hatte der Verein alles, was ein Musikant, Vereins- oder Vorstandsmitglied braucht und hat dies auch eingebracht; sowohl als Jugendleiter, Schriftführer, Notenwart oder Kassenleiter. Zeitweise war er der Musikverein in einer Person und hat dabei eine vollkommene Bescheidenheit beibehalten, immer freundlich und für schöne Stunden offen.

Die Musik und der Musikverein waren sein Leben, worin er nur durch seine Krankheit(en) eingeschränkt wurde. Unlängst sagte er zu einem unserer Mitglieder: „Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal nicht mehr ehrenamtlich tätig sein werde.“ Die Lücke, die Gerd in unserem Verein und Leben hinterlässt, ist kaum zu fassen und der Verlust kaum zu beschreiben. Uns bleibt nicht mehr, als ihn in unseren Gesprächen und Gedanken weiterleben zu lassen.

Dirigentin gefunden

Was lange währt, wird endlich gut!

Neben der Pandemie hatte sich für uns im Jahr 2020 ein weiteres Loch aufgetan: unser Dirigent Szabolcs Hatvani (für uns "Szemy") kündigte an, den Dirigentenstock auf Jahreswechsel nieder zu legen. Während wir also nicht Proben konnten, konnten wir auch keine möglichen Nachfolger/innen einladen, uns kennen zu lernen. Sobald das wieder absehbar war, haben wir dieses Jahr die Suche voll aufgenommen, hatten Probedirigate und wurden nun fündig:

Mit der Neu-Rasterin Rosa Benz konnten wir ein junges Ausnahmetalent gewinnen. Als Bachelor of Music, Orchester und Ensemblemusik bringt sie beste Voraussetzungen mit und hat eine musikalische Erfahrung, die sie sogar von den Bregenzer Festspielen erzählen lässt. Rosa ist uns nicht unbekannt, hat sie uns doch schon einige Male als Aushilfe zur Seite gestanden.

Umso mehr freuen wir uns, sie ab dem 01.10.2021 offiziell als Dirigentin des MV Rast e.V. willkommen zu heißen und mit ihr in einen neuen musikalischen Abschnitt nach der langen Zwangspause zu starten! Auf einen gelungenen Start und gute Zusammenarbeit!


Rosa Benz und Vorstand Philipp Bischof freuen sich über die künftige Zusammenarbeit

Generalversammlung 2020

 Bild: Vorstand des MV Rast von links: Michael Renz, Jonas Häuptle, Kerstin Singler, Christoph Beck, Nathalie Faschian, Hartmut Steffeck, Philipp Bischof, Sebastian Blender, Thomas Merkel, Szabolcs Hatvani

Alles neu bringt die Generalversammlung des Musikverein Rast e.V.

Am Freitag den 31. Januar begrüßte Vorstand Martin Weidele alle Musikerinnen und Musiker, Freunde und Gönner zur Generalversammlung. Nach den Berichten durch die einzelnen Ämter kam es zu Wahlen der gesamten Vorstandschaft, welche sich neu und verjüngt aufstellt. Als erster Vorsitzender ist Philipp Bischof neu ins Amt gewählt, unterstützt wird er durch den zweiten Vorsitzenden Christoph Beck sowie Schriftführerin Kerstin Singler. Als Jugendleiter wurde Jonas Häuptle in seinem Amt bestätigt. Nathalie Faschian kümmert sich zukünftig um die Kasse des Musikvereins. Komplettiert wird die neue Vorstandschaft durch die Beisitzer Thomas Merkel, Michael Renz sowie Hartmut Steffeck.

Der Musikverein wünscht der neuen Vorstandschaft stets gute Entscheidungen und viel Erfolg.

Ehre, wem Ehre gebührt….

Ein Musikverein funktioniert nur wenn hinter der Bühne und auf der Bühne Musiker da sind, die vieles leisten.

Musikalische Arbeit, Engagement und Begeisterung für den Verein sind hier gefragt.

Gleich 10 aktive Musiker durfte der Musikverein Rast an seinem Jahreskonzert 2019 für langjährige Treue und aktives Musizieren ehren.

  • Eine besondere, nicht alltägliche Ehrung für 50 Jahre erhielten Irmgard und Hugo Matheis.
  • Mit viel Würdigung und Anerkennung für 40 Jahre wurden Rainer Stadler, Beate Stadler-Beck und Martin Weidele ausgezeichnet.
  • Thomas Merkel erhielt als weiterer verdienter Musiker die Ehrung für 30 Jahre.
  • Weitere Ehrennadeln in Silber für 20 Jahre aktive Vereinszugehörigkeit erhielten Sina Schober und Fabian Liegmann
  • Für 10 Jahre aktives Musizieren erhielt Marie Beck die Ehrennadel in Bronze.

Im Anschuss an die  Ehrungen erkang der Ehrungsmarsch  Alte Kameraden.

 

 

kommende Termine

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